Endometriose

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Organe der Frau im kleinen Becken

Endometriose ist eine Erkrankung, die vor allem jüngeren Frauen Beschwerden bereiten kann.
Diese Erkrankung ist nicht selten. Man vermutet, dass etwa 10% der Frauen im Alter von 15-45 Jahren darunter leiden. Endometriose ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Die Beschwerde-Skala reicht von Bauchschmerzen bis zur Unfruchtbarkeit.

Endometriose entsteht, wenn die Schleimhaut der Gebärmutter (medizinische Bezeichnung: Endometrium) in den Bauchraum gelangt und sich dort als Gewebe-Inseln ansiedelt.

Damit Sie, liebe Leserin, diese Erkrankung besser verstehen, möchten wir Ihnen zunächst die Organe des kleinen Beckens der Frau erklären.

 

Die Organe der Frau im kleinen Becken

Die Gebärmutter

Die Gebärmutter (medizinische Bezeichnung: Uterus) befindet sich im kleinen Becken gleich hinter der Harnblase. Die Gebärmutter ist normalerweise so lang wie ein Daumen und hat die Form einer auf den Kopf gestellten Birne; d.h. sie ist oben etwas breiter als unten.
Die Gebärmutter hat drei Öffnungen. Der Muttermund bildet die untere Öffnung und mündet in die Scheide.

Damit keine Krankheitserreger über die Scheide in die Gebärmutter gelangen können, ist der Muttermund eng verschlossen. Die beiden anderen Öffnungen befinden sich oben links und rechts an der Gebärmutter. Sie führen über die schlauchartigen Eileiter mit trichterförmigen Öffnungen direkt in die Bauchhöhle. Die Gebärmutter ist ein Muskel, der einen Hohlraum (Gebärmutterhöhle) umschließt. Dieser Muskel kann sich im Falle einer Schwangerschaft dem Wachstum des Kindes anpassen und sich dabei immens vergrößern.

Die Gebärmutterhöhle ist mit einer Schleimhaut (medizinische Bezeichnung: Endometrium) ausgekleidet. Diese Schleimhaut verändert sich im Verlaufe des vierwöchigen Zyklusgeschehens mit den Schwankungen des Gehaltes an Botenstoffen (Hormonen) im Blut.

 

Die Eierstöcke

Im kleinen Becken befinden sich links und rechts neben der Gebärmutter die Eierstöcke. Sie sind etwa pflaumengroß. Hier ruhen die Eizellen. Jeden Monat reifen 1 bis 2 dieser Eizellen. Beim so genannten Eisprung verlassen sie den Eierstock und werden vom trichterförmigen Ende der Eileiter aktiv aufgefangen. Dort kann bei Vorhandensein von männlichem Samen unter günstigen Bedingungen eine Befruchtung erfolgen.

 

Der Zyklus der Frau

Der Zyklus der Frau ist ein durch Hormone (= Botenstoffe) perfekt gesteuertes System. Jeden Monat sorgen die Hormone für:

  • das Heranreifen von Eizellen in den Eierstöcken,
  • den Eisprung,
  • die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einbettung eines befruchteten Eies.

Die Leitzentrale für alle diese Vorgänge ist ein Zentrum im Gehirn (medizinische Bezeichnung: Hypothalamus). Es gibt über den Botenstoff GnRH (= Gonadotropin Releasing Hormon) Befehle an die Hirnanhangdrüse (medizinische Bezeichnung: Hypophyse). Diese setzt daraufhin weitere Botenstoffe (medizinische Bezeichnung: Gonadotropine) frei, die in den Eierstöcken das Heranreifen von Eizellen sowie die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron steuern.

Diese Hormonschwankungen im Zyklusverlauf bewirken den regelmäßigen Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut. Am Zyklusende werden weniger Östrogen und Progesteron freigesetzt. Dadurch kommt es zum Abbau und zur Ausscheidung der Gebärmutterschleimhaut, zur Regelblutung. Im nächsten Zyklus wird die Schleimhaut wieder neu aufgebaut.

 

 

Die Endometriose

Die Krankheit

Der Begriff Endometriose bedeutet: Auftreten von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle. Solche ortsfremden Lokalisationen können überall im Körper auftreten. Am häufigsten findet man sie jedoch im kleinen Becken in unmittelbarer Nachbarschaft der Gebärmutter. Die ortsfremd angesiedelten Schleimhautinseln reagieren meist ebenso wie das normale Endometrium auf die hormonellen Veränderungen im Verlauf des Zyklus. Hier beginnt das Problem. Während die normale Gebärmutterschleimhaut bei der Regelblutung nach außen ausgeschieden werden kann, ist bei der fehlplazierten Schleimhaut ein Abfließen des Blutes nach außen oft nicht möglich.

Die Herde können damit an Größe immer weiter zunehmen. Außerdem kann es zu neuen Absiedlungen, zu Zystenbildungen, Vernarbungen und Verwachsungen mit der Umgebung kommen.

 

Die Ursachen

Die Ursachen für die Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle sind unbekannt. Es gibt viele Theorien, aber keine kann alle beobachteten Phänomene erklären. Da über die Eileiter eine Verbindung der Gebärmutterhöhle mit der Bauchhöhle besteht, können bei der Regelblutung Schleimhautreste über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen.

Eine zweite Theorie nimmt an, dass Zellen der Gebärmutterschleimhaut über die Blutbahn an andere Stellen im Körper außerhalb des kleinen Beckens verschleppt werden können.

 

Die Beschwerden

Leitsymptom der Endometriose ist der zyklusabhängige Schmerz. Er beginnt meist 1-3 Tage vor der Regelblutung (im Gegensatz zum normalen Regelschmerz, der mit Beginn der Blutung auftritt). Abhängig von dem Vorkommen und der Ausdehnung der Herde äußern sich weitere Beschwerden:

Herde an den Eileitern oder an den Eierstöcken können zur Unfruchtbarkeit führen. Ursache dafür sind Verklebungen der Eileiter oder Verwachsungen, die die freie Beweglichkeit der Eileiter behindern.

Endometrioseherde im Scheidenbereich oder im kleinen Becken (hinter der Scheide) können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen.

Herde in Darm oder Blase können Schmerzen hervorrufen und Ursache für Blut im Stuhl oder Urin sein.

Möglich sind auch zyklisch wiederkehrende Rückenschmerzen, die auf Verwachsungen beruhen.

 

Die Erkennung

Zyklusabhängige Schmerzzustände sowie ungewollte Kinderlosigkeit können durch Endometriose verursacht sein und sollten deshalb von der Frauenärztin/dem Frauenarzt abgeklärt werden.

Bei einer gynäkologischen Untersuchung können bereits wichtige Hinweise auf die Endometriose gewonnen werden. Druckschmerzen im Bauchraum oder tastbare Schwellungen sind solche Hinweise. Typisch bei der Endometriose ist der Spreizschmerz bei gleichzeitiger Untersuchung von Scheide und Enddarm durch die Frauenärztin/den Frauenarzt.

Besteht der Verdacht auf eine Endometriose, so werden zusätzliche Untersuchungen nötig. Mittels Ultraschall-Untersuchung kann man Zysten, Eileiterverdickungen oder größere Herde im Bauchraum erkennen. Endometriose im Bauchraum kann nur durch eine Bauchspiegelung sicher erkannt werden. In Narkose wird durch einen kleinen Einschnitt unterhalb des Bauchnabels ein Sehrohr (Laparoskop) in den Bauchraum eingeführt. Der Arzt kann damit jeden Winkel in der Bauchhöhle ausleuchten und eingehend betrachten.

Es ist auch möglich, an verdächtigen Stellen Gewebe oder Zellproben zur mikroskopischen Untersuchung zu entnehmen. Die Bauchspiegelung zählt zu den wenig aufwendigen Eingriffen, die eine schonende Erkennung bestimmter Erkrankungen ermöglicht. Ähnliche Untersuchungsmethoden (Darm- oder Harnblasenspiegelung) lassen sich bei Verdacht auf Endometrioseherde im Darm oder in der Harnblase anwenden.

Endometrioseherde, die in der Scheide und/oder am Muttermund sitzen, kann der Arzt bereits bei der frauenärztlichen Untersuchung mit einem Mikroskop-ähnlichen Gerät genau untersuchen.

 

Die Behandlung

Die Endometriose ist eine ständig fortschreitende Erkrankung. Ist eine Endometriose einmal erkannt, sollte so früh wie möglich eine Behandlung erfolgen. Je kleiner die Herde sind, desto besser kann man sie behandeln. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Methoden, die bei Bedarf auch kombiniert werden können:

Im Rahmen der Bauchspiegelung können bereits Endometriose-Herde mit chirurgischen Mitteln beseitigt werden. Ausgedehnte Herde und Verwachsungen erfordern unter Umständen einen Bauchschnitt. Im Fall einer fortgeschrittenen Erkrankung mit großen Endometrioseherden kann vor der Operation eine medikamentöse Therapie durchgeführt werden.

 

Schlussbetrachtungen

Endometriose ist eine Krankheit, von der viele, vor allem junge Frauen betroffen sind. Zyklusabhängige Beschwerden bei Frauen lenken den Verdacht auf Endometriose und gehören fachärztlich abgeklärt. Auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten von Spezialisten eine Endometriose als Ursache ausschließen lassen.

Erfolgt keine Behandlung, so kann die Endometriose, sofern sie vorliegt, fortschreiten. Eine konsequente, frühzeitige Behandlung dagegen kann die Chance für eine Beseitigung der Schmerzen und die Erfüllung des Kinderwunsches verbessern.

Eine Information von Takeda Pharma

 

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