Genitalwarzen/Condylome

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Abbildung mehrerer Genitalwarzen um den Anus
Mehrere Genitalwarzen um den Anus

Was sind Feigwarzen bzw. Genitalwarzen? (humane Papillomavirus-Infektion)
Anogenitale Warzen oder sogenannte Feigwarzen (Kondylome) sind gutartige Geschwülste an den äußeren Geschlechtsorganen, am Penis, im Scheiden- oder Aftereingang, aber auch in der Harnröhre sowie am Gebärmutterhals. Selten befinden sie sich auch in der Leistengegend oder am Oberschenkel. Verursacht werden sie durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (kurz HPV genannt), und zwar durch HPV-Typen, die kein Entartungsrisiko mit sich bringen. Es gibt mehr als 100 HPV-Typen.

Einige Untertypen ("high-risk"-HPV) verursachen bevorzugt am Gebärmutterhals Krebsvorstufen oder flache Warzen, die vom Betroffenen oft nicht sofort oder manchmal auch überhaupt nicht erkannt werden. Häufig bilden sich diese Veränderungen spontan zurück. Eine fehlende Abheilung kann durch eine Untersuchung mittels Abstrich abgeklärt werden.

In anderen Fällen können die Feigwarzen sehr klein sein oder sich in Vagina, After, am Gebärmutterhals oder auch in der Harnröhre „verstecken“. Oftmals führen dann Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen, Blutungen oder Ausfluss zu deren Entdeckung. Bei solchen Symptomen oder anderen verdächtigen Veränderungen im Genitalbereich sollte ein Facharzt konsultiert werden.

Wie kommt es zur Infektion?
Feigwarzen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie werden durch direkten Schleimhautkontakt während des Geschlechtsverkehrs mit einer bereits infizierten Person erworben, die Viren werden aber auch indirekt über die Finger oder durch Schmierinfektion über Gegenstände übertragen.

Die Erkrankung kann oft erst nach einer längeren Periode, die sich zwischen wenigen Wochen und einigen Monaten bewegt, in Erscheinung treten. Die Infektion kann aber auch unbemerkt abheilen oder in ein latentes Stadium übergehen, weshalb es auch so schwierig ist, eine Übertragung und damit die Ansteckung anderer Personen zu vermeiden – der Betroffene ist sich seiner Infektion häufig einfach nicht bewusst!

Nach Erstellung der Diagnose einer HPV-Infektion ist es daher wichtig, seinen Partner darüber zu informieren, damit dieser sich untersuchen lässt. Nicht selten hat der Partner aber keine offensichtliche Erkrankung, sondern bereits eine gewisse Immunität.

 

Vorbeugung

Seit neuestem steht eine Schutzimpfung gegen vier HPV-Typen zur Verfügung, die jedoch vor dem ersten Geschlechtsverkehr am sinnvollsten ist und daher in vielen Ländern für 12-jährige kostenfrei zur Verfügung steht. Bei rechtzeitiger Anwendung können 90% der Feigwarzen und circa 70% der positiven Krebsabstriche vermieden werden, aber mit jedem Partner steigt das Risiko, dass der Impfschutz zu spät kommt. Informieren Sie sich bitte bei Ihrem Arzt.

Kondome können vor einer Ansteckung mit Papillomaviren nicht vollständig schützen, aber das Risiko der Übertragung zumindest reduzieren!

 

Behandlungsmöglichkeiten bei Genitalwarzen

Es stehen mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Die Wahl der Methode richtet sich in der Regel nach Größe, Anzahl und Lokalisation, bzw. bei flachen Veränderungen und Verdacht auf Infektion mit "high-risk" HPV-Typen nach histologischen Kriterien in einer Gewebeprobe. Eine Mehrfachinfektion mit harmlosen HPV-Typen in Feigwarzen und HPV-Typen in flachen Veränderungen, die mit Krebsrisiko einhergehen, ist allerdings möglich.

  • Operative Entfernung
  • Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie)
  • Lasertherapie
  • Elektrokoagulation
  • Lokale Anwendung von Zytostatika
  • Immunologische Therapieformen wie Interferon oder Aldara® 5% Creme

 

Bitte beachten Sie:

Zum heutigen Stand der Medizin ist eine vollständige Eliminierung aller Viren nicht sicher erreichbar und daher sind eine Übertragung und Rückfälle auch ohne sichtbare Veränderung möglich. Insbesondere Krebsvorstufen können nach vorübergehender Abheilung wieder entstehen, auch nach Jahrzehnten, bevorzugt bei einem geschwächten Immunsystem. Diese Menschen entwickeln besonders häufig auch Krebs im Analbereich. Daher ist eine regelmäßige fachärztliche Kontrolluntersuchung bei Menschen mit Immunschwäche – z.B. nach Chemotherapie, bei Transplantierten sowie HIV-positiven – besonders wichtig.

 

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