Sanfte Behandlung von Myomen durch Hormone anstelle einer Operation

Eine vergrößerte Gebärmutter durch Myome war früher praktisch immer gleichbedeutend mit einer Operation. Das Organ wurde wegen gutartiger Muskelwucherungen völlig entfernt. Heute hat sich die Situation aber grundlegend verändert!
Die Zahl der Gebärmutteroperationen ist stark rückläufig, ausschlaggebend dafür sind zwei Faktoren. Zum einen der Wunsch vieler Frauen, die Gebärmutter nicht zu verlieren (mit Ausnahme absoluter medizinischer Notwendigkeit), zum anderen hat sich die Meinung der Medizin gewandelt.

Myome sind hormonabhängige Gebilde, die sowohl vom Östrogen als auch vom Progesteron, den weiblichen Sexualhormonen, angeregt werden. Diese gutartigen Tumoren treten daher vor allem bei Frauen in der Geschlechtsreife auf und bilden sich nach der Menopause oft zurück (ab dem 55. Lebensjahr). Eine Möglichkeit der Behandlung besteht demnach in der Verminderung der Aktivität der Eierstöcke, die die genannten Hormone erzeugen. So wird das Wachstum der Myome unterbrochen.
Auch deswegen hat man in wissenschaftlichen Studien nach Substanzen gesucht, die nur das Myom „aushungern“, ohne sonstige Beschwerden zu verursachen. Dabei wurde ein Progesteron-Hemmstoff entdeckt, der diese Fähigkeit besitzt.
Bremst man dieses Hormon gleichsam, so kann man das Zellwachstum stoppen und die Myome verkleinern. Eine Injektion mit der Dreimonatsspritze im „Off-Label-Use“ (OLU) kann die Hormonproduktion der Eierstöcke unterbrechen.
Durch anfängliche monatliche Injektion dieses Hemmstoffs (Medroxyprogesteronacetat), wird rasch ein Ruhezustand erreicht, welcher zur Rückbildung der Myome führt. Danach ist die Gabe nur noch 4x im Jahr notwendig.
Das Belassen der Gebärmutter hat zusätzlich deswegen Sinn, weil wir heute wissen, dass auch dieses Organ in die Hormonproduktion und in die Sexualität einbezogen ist.
So zum Beispiel spielt es bei einem Schilddrüsenhormon eine Rolle. Das erklärt, warum manche Frauen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, plötzlich über Gewichtsprobleme klagen.