Fragen rund um die Geburt

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Wie läuft eine Wassergeburt ab?

Rund zehn Prozent der Frauen wollen im Wasser gebären. Wenn die Schwangerschaft problemlos verlaufen ist und keine Komplikationen für die Entbindung zu erwarten sind, spricht nichts dagegen. Bei Gestose, Thrombosegefahr, Beckenendlage, auffälligem CTG, verfärbtem Fruchtwasser, einer Mehrlingsgeburt oder hohem Blutverlust werden Ärzte und Hebammen eine Wannengeburt nicht zulassen.

Für alle problemlosen Fälle hat sie mehrere Vorteile: In der Regel dauert sie nur etwa zwei Stunden, die Frauen können gut entspannen, weil der Körper vom Wasser getragen wird, die Wehen sind deshalb nicht so schmerzhaft, aber effektiv. Es werden weniger Schmerzmittel gegeben, und der Damm wird seltener verletzt, das Gewebe dehnt sich besser. Für das Baby ist der Weg leichter, es gleitet zunächst in vertrautes, nasses Element.

In den meisten Kliniken gibt es Geburtswannen mit rund 700 Litern und einer Klappe für den Notausstieg. Die Frau liegt bis zur Höhe des Nabels in 34 bis 36 Grad warmem Wasser. Hebamme, Arzt und Partner begleiten die Frau vom Wannenrand. Die kindlichen Herztöne werden über wasserdichte Schallköpfe kontrolliert, die Übertragung auf den Wehenschreiber erfolgt per Funk. Gegen Ende der Austreibung lässt die Wehentätigkeit manchmal nach, die Frau muss dann aufstehen und einige Minuten in der Wanne stehen.

 

Was passiert, wenn das Kind falsch liegt?

Etwa 90 Prozent aller Kinder liegen schon ab der 33. Schwangerschaftswoche mit dem Kopf nach unten. Fünf bis sechs Prozent rutschen bis vier Wochen vor der Geburt noch in die ideale Startposition, die sogenannte Hinterhauptslage. Dass normalerweise der Kopf zuerst durch den Geburtskanal kommt, hat seinen Sinn. Er ist der umfangreichste Körperteil und bahnt den Weg für den Rest des Körpers. Die Steiß- oder Beckenendlage kommt bei vier bis fünf Prozent aller Schwangerschaften vor. Kommen Steiß oder Fuß zuerst, wird der Geburtskanal nicht genug gedehnt, die Geburt kann sich lange hinziehen. Außerdem ist es möglich, dass die Nabelschnur abgeklemmt wird. Die meisten Kliniken raten bei Steißlage zu einem Kaiserschnitt, das ist aber nicht zwingend. Um ein Kind trotzdem natürlich zur Welt zu bringen, muss rechtzeitig und genau geklärt werden, wie breit das Becken der Mutter, wie groß das Baby ist und wie es genau sitzt.

Bei einer vaginalen Entbindung wird dann oft ein großer Dammschnitt gemacht, weil das Kind schnell raus muss. Sehr selten kommt es vor, dass sich ein Kind in Quer- oder Schräglage zum Geburtskanal befindet, hier hilft nur ein Kaiserschnitt.

Geburt im Kreissaal

Medizinische Eingriffe bei der Geburt

Wenn die Geburt nicht mehr richtig vorwärts geht, muss nachgeholfen werden, um die Geburt zu beschleunigen. Eine Zange ist im Notfall schnell einsetzbar, allerdings muss meist ein Dammschnitt gemacht werden. Das Gerät verlangt viel Erfahrung des Geburtshelfers. Die Zange besteht aus zwei Löffeln, die seitlich am Kopf des Kindes angelegt werden, dann wird die Zange zusammengesetzt und der Geburtshelfer führt das Kind durch den Geburtskanal. Die Druckstellen am Kopf des Kindes verschwinden schnell.

Die Saugglocke besteht aus einer Halbkugel, die am Kopf des Kindes angesetzt wird. Die Halbkugel ist durch einen Schlauch mit einem Gerät verbunden, das Vakuum erzeugt. Bei jeder Wehe zieht der Geburtshelfer nun mit. Die Glocke hinterlässt am Kopf des Babys eine leichte Schwellung, die bald verschwindet. Diese Methode ist sanfter und langsamer als die Zangenmethode, auch ist nicht immer ein Dammschnitt notwendig. Die Sicherheit beider Methoden ist vergleichbar, Verletzungen und schwere Komplikationen sind selten.

 

Wann ist ein Kaiserschnitt sinnvoll?

Ein Kaiserschnitt galt lange als Notfalloperation. Heute kommen etwas mehr als ein Viertel aller Babys im OP auf die Welt. Die „sectio caesarea“ gilt inzwischen als sicher, das Sterberisiko ist mit dem einer spontanen Geburt vergleichbar. Eine Vollnarkose ist nur noch in Notfällen üblich, und es gibt eine schonende Schnittmethode. Bei einem geplanten Kaiserschnitt wird in der Regel eine Periduralanästhesie (PDA) oder eine Spinalanästhesie (SPA) gemacht. Bei dieser Teilnarkose im Unterleib bleibt die Frau wach und erholt sich schneller nach der Geburt. Die beste derzeit angewandte Schnittmethode ist die Misgav-Ladach-Methode, benannt nach dem Jerusalemer Krankenhaus, in dem sie zuerst praktiziert wurde. Dabei werden die einzelnen Gewebeschichten nicht mit dem Messer durchtrennt, sondern lediglich leicht eingeschnitten und dann auseinandergezogen und -gedehnt. Allerdings ist und bleibt auch der Kaiserschnitt mit dieser Methode eine ernst zu nehmende Bauchoperation. Frauen mit Kaiserschnitt plagen sich oft noch einige Zeit nach der Entbindung mit Schmerzen. Auch der Stillanfang ist oftmals mühevoller. Die meisten Frauen, die mit Kaiserschnitt ihr Baby entbinden, haben jedoch nicht die Wahl.

Mögliche Gründe für eine Sectio können sein:

  • Quer- oder Schräglage, oft auch Steißlage
  • ein sehr großes Kind, insbesondere bei Diabetes der Mutter
  • oftmals eine Mehrlingsgeburt
  • die Plazenta liegt teilweise oder ganz vor dem Muttermund
  • die Plazenta hat sich vorzeitig gelöst
  • eine Gestose oder Infektion im Genitalbereich
  • die Geburt kommt nicht voran, die Herztöne des Kindes werden schwach, das Baby leidet unter Sauerstoffmangel

 

Welche Komplikationen sind möglich?

Bei der Insertio velamentosa setzt die Nabelschnur nicht an der richtigen Stelle der Plazenta an. Beim Blasensprung oder unter Wehen kann es zu einem Zerreißen wichtiger Versorgungsgefäße des Kindes kommen. Die Uterusatonie ist die häufigste Ursache einer heftigen Blutung in der Nachgeburtsphase. Die Gebärmutter zieht sich nach der Geburt nicht ausreichend zusammen.

Ein Geburtsstillstand kann in jeder Phase der Geburt eintreten. Gründe können eine Wehenschwäche sein, die auch durch wehenfördernde Mittel nicht beseitigt werden kann, z.B. bei einer Erschöpfung der Mutter, einem Missverhältnis zwischen Kindsgröße und mütterlicher Beckengröße oder einer Beckenend- oder Querlage.

Bei einem Nabelschnurvorfall befinden sich nach dem Blasensprung Teile der Nabelschnur vor dem Kind. Dadurch wird die Nabelschnur durch das Baby zusammengedrückt und die Durchblutung verschlechtert sich.

 

Schmerzmittel und Betäubung

In den Vorbereitungskursen lernen die Mütter, wie man mit der richtigen Atemtechnik die Wehenschmerzen verarbeitet. Im Laufe einer Geburt werden die Schmerzen stärker, allerdings empfinden Frau dies oft nicht so. Dies hat mit der Ausschüttung des Hormons Endorphin zu tun, welches die Schmerzempfindlichkeit mindert. Wird der Schmerz trotzdem zu groß, dann gibt es eine Reihe Methoden um ihn zu lindern.

Spasmolytika: Das Medikaiment wird als Zäpfchen oder Infusion gegeben und soll die Muskulatur entspannen.

Opiate: Das Schmerzmittel wird in den Po gespritzt, es wirkt beruhigend und entspannend, allerdings macht es meist etwas benommen, was die Mitarbeit der Schwangeren behindern kann.

Periduralanalgesie (PDA): Bei der PDA führt der Anästhesist einen dünnen Schlauch in die Nähe der Rückenmarkshaut ein. Durch diesen Katheder wird ein lokales Betäubungsmittel gespritzt, die Schmerzen lassen nach. Im Allgemeinen kann die Frau weiter umherlaufen und bei der Geburt mitarbeiten. Es kann passieren, dass die Wehen nachlassen, dann muss mit Wehenmitteln nachgeholfen werden. Sollte ein Kaiserschnitt notwendig werden, kann der Arzt über den Katheter ein Anästhetikum spritzen, das die untere Körperhälfte gefühllos macht, die Periduralanästhesie.
Vorteil: die Mutter bleibt bei der Geburt wach.
Nachteil: Kopfschmerzen und eventuell sinkender Blutdruck. Das Kind bekommt von den Betäubungsmitteln wenig ab.

Pudendusblockade: Mit einer Injektion in die Scheide werden der Damm und der Beckenboden lokal betäubt, die Schmerzen werden allerdings nur gelindert. Gegen die Wehenschmerzen hilft die Methode nicht, sie ist nur in der Austreibungsphase und bei einem Dammschnitt oder einer Geburt mit Saugglocke oder Zange sinnvoll.

Alternative Methoden: Yoga oder autogenes Training hilft, da die Gebärende nicht so schnell verkrampft. Diese Techniken muss man bereits während der Schwangerschaft üben. Das gilt auch für die Akupunktur. Positive Effekte sind nachweisbar, wenn ab der 36. Woche genadelt wird.

 

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