Schwangerschaftsbeschwerden

Typische Schwangerschaftszipperlein sind meist harmlos und vergehen von selbst wieder. Aber man kann auch einiges gegen sie tun.

 

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Hauptursache ist eine Bindegewebsschwäche, die durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft verstärkt wird.
Was tun? Ballaststoffreiche Kost essen und viel trinken. Starkes Pressen auf der Toilette vermeiden. Schwimmen und Radfahren beugen vor. Auch Schließmuskelgymnastik ist sinnvoll: Dreißig Mal hintereinander den Schließmuskel zusammenkneifen – das fördert die Durchblutung. Nicht zu heiße Sitzbäder mit Kamille, Malve oder Eichenrinde wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz. Langes Sitzen vermeiden. In leichten Fällen helfen Salben.

 

Wadenkrämpfe

Schuld an nächtlichen Wadenkrämpfen ist ein Mangel an Magnesium.
Was tun? Magnesiumreiche Lebensmittel auf den Speiseplan setzen, etwa Hülsenfrüchte, Kartoffeln, ungeschälten Reis. Nur nach Rücksprache mit Arzt oder Hebamme Magnesiumtabletten einnehmen.
Im akuten Fall: Bein durchstrecken und fest gegen die Wand treten. Das Bein kräftig massieren.

 

Sodbrennen

Ursache ist meist ein Platzproblem: Die Gebärmutter drückt so stark auf den ohnehin weit gestellten Pförtnermuskel, dass er den Magen nicht mehr richtig schließen kann. Dadurch gelangt Magensäure in die Speiseröhre und verursacht dort das lästige Brennen.
Was tun? Auf Speisen und Getränke verzichten, die den Magen zu vermehrter Säurebildung reizen (Kaffee, Frittiertes, stark Gewürztes). Üppige Mahlzeiten meiden. Nach dem Essen kein Schläfchen einlegen, denn in der Horizontalen fliegt der Mageninhalt noch leichter in die falsche Richtung. Beim Schlafen den Oberkörper höher lagern. Kürbiskerne oder Mandeln kauen, das regt den Speichelfluss an und hilft dem Magen, sich zu entspannen.

 

Zahnfleischentzündungen

Das Zahnfleisch wird in der Schwangerschaft weicher, schwillt leicht an und blutet schneller.
Was tun? Auf eine weiche Zahnbürste umsteigen. Auch Zahnseide leistet gute Dienste. Versteckte oder schwer erreichbare Beläge lässt man am besten beim Zahnarzt entfernen. Bei hartnäckigen Zahnfleischentzündungen helfen Spülungen mit lauwarmem Salzwasser oder Kamillentee.
Spezielle Spülungen können vom Zahnarzt verschrieben werden. Viel rohes Gemüse, Obst und Vollkornprodukte essen. Davon wird das Zahnfleisch fester.

 

Scheideninfekte

Bakterien und Pilze haben in der Schwangerschaft leichtes Spiel. Schuld daran ist das veränderte Immunsystem. Symptome eines Scheideninfekts sind verstärkter Ausfluss, Juckreiz und Brennen. Manche Infektionen können zu einem vorzeitigen Blasensprung und damit zu einer verfrühten Geburt führen. Außerdem wird das Baby beim Passieren des Geburtskanals angesteckt. Deshalb müssen alle Scheideninfekte rasch behandelt werden. Als Vorsorge misst der Frauenarzt regelmäßig den pH-Wert in der Scheide.
Was tun? Das Immunsystem durch viel Bewegung an der frischen Luft und ausgewogene Ernährung stärken. Keine übertriebene Hygiene: Einmal am Tag mit Wasser waschen reicht. Keine Slipeinlagen mit Plastikfolie verwenden.

 

Übelkeit

Drei Viertel aller schwangeren Frauen leiden unter Übelkeit.
Schuld daran ist das Hormon hCG (humanes Chorion-Gonadotropin), das zum Beispiel dafür sorgt, dass das Ei sich einnisten und der Embryo wachsen kann.
Was tun? Schon vor dem Aufstehen einen Schluck Tee aus der abends bereitgestellten Thermoskanne trinken und Zwieback knabbern. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen. Ingwer, frisch oder als Tee, vertreibt das Unwohlsein. Viel trinken und Bewegung an der frischen Luft. Bewährt hat sich auch Akupunktur.

 

Verstopfung

Während der Schwangerschaft entspannt das Hormon Progesteron die Muskeln der Eingeweide. Der Nachteil: Dadurch verlangsamt sich die Darmtätigkeit.
Das können Sie tun: Ballaststoffreiche Kost essen und viel trinken. Für Bewegung sorgen. Schokolade, schwarzen Tee und Bananen meiden. Morgens gleich nach dem Aufstehen ein Glas Wasser oder Pflaumensaft trinken.

 

Rückenschmerzen

Wenn sich der Bauch rundet, muss der Rücken einige Kilos mehr verkraften und biegt sich. Dabei wird die Muskulatur oft falsch beansprucht und es können Verspannungen entstehen.
Was tun? Gezielt die Rückenmuskulatur aufbauen, regelmäßig dehnen und entspannen. Schwimmen entlastet die Wirbelsäule. Wenn der Rücken schmerzt, auf alle viere gehen und den Rücken mehrmals zum Katzenbuckel hochwölben und wieder entspannen. Oder im Stehen Kopf, Schultern und Rücken Wirbel für Wirbel sinken lassen und genauso langsam wieder aufrichten.

 

Schlafstörungen

Wenn der Bauch wächst, wird es schwieriger, eine bequeme Schlafposition zu finden. Auch halten einen Bewegungen des Babys nachts manchmal wach.
Was tun? Tagsüber viel bewegen, aber keinen anregenden Sport noch spät am Abend treiben. Vor dem Schlafengehen baden, Entspannungsmusik hören. Abends nur leicht Verdauliches essen.

 

Medikamente

Viele Medikamente sind tabu

Kopf und Glieder schmerzen, die Nase läuft: Jetzt würde die Schwangere gerne Tabletten gegen die lästigen Beschwerden einnehmen. Aber Vorsicht: Auch frei verkäufliche Präparate können die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen. Bevor Schwangere und Stillende zu Medikamenten greifen, sollten sie deshalb stets den Arzt fragen, das gilt auch für naturheilkundliche und homöopathische Präparate. Denn vermeintlich harmlose Mittel können dem Ungeborenen schaden. Andere sind dagegen völlig unbedenklich. Und manche Wirkstoffe sind nur in bestimmten Phasen der Schwangerschaft gefährlich.

 

Für alle Fragen zu Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und zu Babybeikost vereinbaren Sie bitte einen Termin mit Ernährungsberaterin Frau Silvia Janata, Tel. 0676 510 51 14