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Dreimonatsspritze (Depocon®)
Verhütungsmöglichkeit mit der Dreimonatsspritze
- Sie suchen eine möglichst einfache, zuverlässige Verhütungsmethode für mindestens 2 Jahre? Zu den vielen Annehmlichkeiten der Dreimonatsspritze zählen die große Sicherheit und Bequemlichkeit. Solange Sie die vierteljährlichen Termine einhalten, sind Sie 10 mal besser als mit der Pille geschützt*).
- Dennoch ist es keine unwiderrufliche Methode - wenn Sie wollen, können Sie auch in Zukunft (wieder) schwanger werden, es dauert nur ein wenig länger als mit der Pille, bis sich ein neuer Zyklus aufgebaut hat.
- Diese Verhütungsmethode ist für Raucherinnen besonders zu empfehlen, denn sie enthält kein Östrogen, ein Hormon, das die Thrombosebildung begünstigen kann.
Bevor Sie entscheiden, ob die Dreimonatsspritze für Sie in die engere Auswahl kommt, möchten wir Ihnen mögliche Fragen beantworten.

Wie natürlich wirkt die Dreimonatsspritze?
Die Dreimonatsspritze enthält ein Gelbkörperhormon, das Ihrem körpereigenen Gelbkörperhormon ähnlich ist. Dieses verhindert den Eisprung für 3 Monate.
Warum ist die Dreimonatsspritze wirksam?
Sie verhindert die Reifung einer Eizelle. Dadurch kann keine Befruchtung erfolgen. Zusätzlich wird der Schleim vor dem Gebärmuttereingang zu einem kaum überwindbaren Hindernis für männliche Samenzellen. Daher wird eine Schwangerschaft verhütet.
Wie sicher ist die Dreimonatsspritze?
Die Verläßlichkeit der Dreimonatsspritze ist sogar 10x höher als die der „Pille“. Dazu kommt noch der große Vorteil, nicht täglich an die Verhütung denken zu müssen, sondem nur 4x im Jahr. Denn durch die Injektion wird im Körper ein Hormon-Depot angelegt, aus dem drei Monate lang ständig kleine Wirkstoffmengen freigesetzt werden.
Wann kann ich die Dreimonatsspritze zum ersten Mal anwenden?
Sie erhalten die erste Injektion während der Regelblutung oder danach.Ab diesem Zeitpunkt sind Sie bereits geschützt*) und bleiben dies auch solange Sie die Injektionstermine einhalten. Nach einer Entbindung kann die erste Injektion bald erfolgen. Falls Sie stillen, wird Ihnen Ihr Arzt die erste Dreimonatsspritze auch schon bald nach der Geburt verabreichen.
Wie wird sich meine Regelblutung durch die Dreimonatsspritze verändern?
Einige Frauen bemerken zu Beginn der Behandlung unregelmäßige Blutungen (sog. Schmierblutungen), die jedoch allmählich wieder aufhören. Nach ein paar Monaten wird Ihre Regelblutung ganz ausbleiben, weil die Eierstöcke und die Schleimhaut der Gebärmutter durch die Spritze in eine Art Ruhestand versetzt sind. Nach dem Absetzen des Arzneimittels dauert es im Durchschnitt zehn Monate bis Ihr gewohnter Zyklus wieder einsetzt. Dies ist nicht ungesund, sondern natürlicher als mit der „Pille“ sich monatlich künstlich eine Blutung aufzubauen. Würden Sie - wie bei Naturvölkern üblich - nicht verhüten, dann hätten Sie durch häufige Schwangerschaften und Stillperiode ja auch nur einen Bruchteil ihrer monatlichen Regelblutungen. Aufgrund dieses Prinzips ist das Ausbleiben der Regel über einen längeren Zeitraum absolut ungefährlich und sogar gesünder als regelmäßige Blutungen.
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Es können ähnliche Veränderungen auftreten, wie sie oft vor der Regelblutung erlebt werden. Die Regelblutung wird schwächer und kann schließlich ganz ausbleiben. Ähnlich wie bei der Pille kann es zu Wassereinlagerungen (meist zwischen 1-3 kg), selten zu Nervosität, Schlaflosigkeit, Depression und Schwindel kommen.
Was ist, wenn ich auf die nächste Spritze vergesse oder nicht dazukomme?
Sicheren Schutz gibt es nur 3 Monate lang, dann ist das Gestagen-Depot leer. Vereinbaren Sie den nächsten Arztbesuch gleich im voraus und notieren Sie den Termin in Ihrem Kalender. Wenn der Abstand zur nächsten Dreimonatsspritze länger als 3 Monate (bzw. 11 Wochen) beträgt, muß zusätzlich eine andere Verhütungsform angewendet werden (z.B. Kondom)
Kann ich die nächste Dreimonatsspritze früher bekommen, wenn ich z.B. auf Urlaub fahre?
Ja, Sie können sie bei Urlaub und Reisen auch jederzeit vorher bekommen. Denken Sie allerdings daran, dass die nächste Dreimonatsspritze ebenfalls wieder nach 3 Monaten fällig ist.
Wie schnell kann ich wieder schwanger werden?
Die meisten Frauen mit Kinderwunsch werden innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Wirksamkeit der letzten Dreimonatsspritze schwanger. Falls bei Ihnen der Eisprung erst wieder nach einigen Monaten einsetzt, kann es auch bis zu 18 Monate dauern. Dabei ist es bedeutungslos, wie viele Dreimonatsspritzen Sie bereits erhalten haben.
Beeinflußt die Dreimonatsspritze mein Baby während der Stillzeit?
Es gibt keine Hinweise, dass das in der Dreimonatsspritze enthaltene Gestagen einen schädlichen Einfluß auf Ihr Baby haben könnte. Es verändert weder Menge noch Zusammensetzung der Muttermilch. Prinzipiell sollte die erste Injektion 6 Wochen nach der Geburt verabreicht werden.
Wie wird die Dreimonatsspritze verabreicht?
Schmerzfrei in die Hüfte, genau wie bei einer Schutzimpfung.
Kann jede Frau die Dreimonatsspritze erhalten?
Prinzipiell ja. In einigen Fällen wird Ihr Arzt jedoch vorher noch Zusatzuntersuchungen (durch ein Labor bzw. einen Vaginalultraschall) durchführen, zum Beispiel bei Scheidenblutungen ungeklärter Ursache oder Lebererkrankungen. Brustkrebs oder eine bestehende Schwangerschaft muß Ihr Arzt ausschließen.
Schützt mich die Dreimonatsspritze vor AIDS oder anderen übertragbaren Geschlechtskrankheiten?
Nein, nur ein Kondom schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Wohin kann ich mich wenden, falls ich noch weitere Fragen habe?
Besprechen Sie bitte alles weitere vertrauensvoll mit Ihrem behandelnden Arzt (insbesondere hinsichtlich Anwendung, Wirkung, Sicherheit/Verläßlichkeit, Wechselwirkungen etc.) und scheuen Sie sich nicht, alle für Sie wichtigen Fragen dabei anzuschneiden.
*) Wie jedes andere Empfängnisverhütungsmittel bietet auch die Dreimonatsspritze keinen absoluten 100%-igen Empfängnisschutz sondern nur einen - allerdings besonders hohen relativen Empfängnisschutz. Dieser wird üblicherweise mit dem Pearl-Index bezeichnet, der ausdrückt, wie oft es trotz Empfängnisverhütung zu insoweit "ungewollten Schwangerschaften" kommen kann. Nach dem Ergebnis der konischen Studien liegt der Pearl-Index der Dreimonatsspritze statistisch bei 0,3, bei 1.000 innerhalb eines Jahres mit dieser Methode behandelten Frauen kommt es zu nur drei ungewollten Schwangerschaften.
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