Verhütungsstäbchen (Implanon®)
Woraus besteht das Implantat?
Bei dem Implantat handelt es sich um ein kleines, flexibles Kunststoffstäbchen mit 4 cm Länge und 2 mm Durchmesser, das 68mg der arzneilich wirksamen Substanz Etonogestrel enthält. Das Stäbchen selbst ist aus Ethylenvinylacetat hergestellt, einem Kunststoff, der sich im Körper nicht auflöst, und kein Silikon enthält.
Wie wirkt das Implantat?
Eine kleine Menge des Gestagens Etonogestrel wird kontinuierlich in den Körper abgegeben und verhindert so den monatlichen Eisprung. Wenn kein Ei zur Befruchtung bereit gestellt wird, können Sie nicht schwanger werden.
Zusätzlich bewirkt Etonogestrel eine Veränderung des Gebärmutterschleims, wodurch es für die Samenzelle schwierig wird, in die Gebärmutter einzudringen. So schützt Sie das Implantat über eine Zeitspanne von 3 Jahren vor einer Schwangerschaft.
Wie wird das Implantat eingesetzt?
Das Implantat wird subkutan, d.h. direkt unter die Haut an der Innenseite Ihres weniger beanspruchten Oberarms eingesetzt. Das Setzen erfolgt mittels eines speziellen Applikators. Das Verfahren ist ähnlich einer Blutabnahme und dauert nur einige Minuten.
Das Stäbchen darf nur von einem Arzt eingesetzt und wieder entfernt werden, der mit der Methode vertraut ist. Wie vor dem Einsatz anderer Verhütungsmethoden wird Ihr Arzt eine allgemeine Untersuchung durchführen, um sicherzustellen, dass eine hormonelle Kontrazeption für Sie geeignet ist, und um auszuschließen, dass Sie schwanger sind. Ihr Arzt wird, wenn Sie damit einverstanden sind, den Hautbereich, wo das Implantat eingesetzt wird, mit einem Lokalanästhetikum betäuben. Wie eine Spritze wird der Applikator unter die Haut geführt, die Nadel zurückgezogen, sodass das Stäbchen unter der Haut liegen bleibt. Anschließend wird ein Druckverband angelegt, um zu verhindern, dass es zu einer Schwellung kommt. Sie müssen den Verband trocken und sauber halten. Nach 24 Stunden kann er abgenommen werden.
Ist das Einsetzen des Implantats schmerzhaft?
Durch die Verwendung des Lokalanästhetikums wird der Hautbereich betäubt, sodass das Setzen des Implantats, welches nur einige Minuten dauert, nicht spürbar ist. Wenn die betäubende Wirkung nachläßt kann es zu Spannungsgefühlen und Schwellungen kommen. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.
Wann soll das Implantat eingesetzt werden?
Ihr Arzt wird Ihnen den geeigneten Zeitpunkt zum Einsetzen des zu implantierenden Stäbchens mitteilen. Dies geschieht vorzugsweise zwischen dem ersten und dem fünften Tag Ihres Menstruationszyklus. Tag 1 entspricht dem ersten Tag Ihrer Monatsblutung.
Ist das Implantat im Arm erkennbar?
Das Implantat ist im Oberarm mit freiem Auge nicht sichtbar, Sie können es jedoch mit Ihren Fingerspitzen ertasten. Dies ist auch wichtig, damit es bei der Entfernung problemlos lokalisiert werden kann. Ihr Arzt kann das implantierte Stäbchen auch mittels eines Ultraschallgeräts erkennen.
Sollten Sie eines Tages das Gefühl haben, Ihr Implantat nicht mehr ertasten zu können, suchen Sie bitte Ihren Frauenarzt auf.
Wann wird das Implantat entfernt?
Das implantierte Stäbchen wurde für eine Wirkdauer von drei Jahren entwickelt. Nach Ablauf der drei Jahre läßt die Wirkzuverlässigkeit allmählich nach. Aus diesem Grund muß das Implantat spätestens zu diesem Zeitpunkt entfernt werden.
Wenn Sie das implantierte Stäbchen vorzeitig entfernt haben wollen, sei es weil Sie schwanger werden möchten, oder das Implantat nicht vertragen, so kann das jederzeit von Ihrem Arzt durchgeführt werden.
Bedenken Sie aber, dass Sie nach der Entfernung des Stäbchens sehr rasch wieder schwanger werden können, da das freigesetzte Hormon innerhalb von wenigen Tagen aus Ihrem Körper entfernt ist. Bei den meisten Frauen tritt der Eisprung innerhalb von drei Wochen nach der Entfernung des Implantats ein.
Wie wird das Implantat entfernt?
Das implantierte Stäbchen darf ausschließlich von einem Arzt entfernt werden, der mit der Methode vertraut ist.
Zur Entfernung des Implantats sind im Normalfall nur wenige Minuten erforderlich. Ihr Arzt wird das implantierte Stäbchen lokalisieren und mit Ihrem Einverständnis den entsprechenden Hautbereich betäuben. Wenn das Implantat nicht tastbar ist, muss es vor dem Entfernungsversuch mittels Utraschall oder Magnetresonanz lokalisiert werden. Es wird ein kleiner, oberflächlicher Einschnitt von ca. 2 mm Länge vorgenommen und das Stäbchen entfernt. Anschließend wird die Wunde verschlossen und ein Druckverband angelegt, um zu verhindern, dass es zu einer Schwellung kommt.
Sie müssen den Verband trocken und sauber halten, nach 24 Stunden kann er abgenommen werden.
Es ist möglich, dass nach der Entfernung des Implantats eine kleine Narbe entsprechend der Größe des Einschnittes zurückbleibt.
Beeinflusst das Implantat die Periode?
In häufigen Fällen beeinflusst das Hormonimplantat den Menstruationszyklus. Da es zu keinem monatlichen Eisprung kommt, können die Blutungen unregelmäßig auftreten. Frauen reagieren sehr unterschiedlich: Einerseits kann die Blutung vollständig ausbleiben. Andererseits kann es auch zu häufigeren und längeren Blutungen als vor Anwendung des Implantats kommen. Ca. 1/4 der Anwenderinnen hat seltenere und kürzere Blutungen. Bei vielen Frauen verändert sich das Blutungsverhalten überhaupt nicht. Bei einem Großteil der Anwenderinnen verbessern sich Menstruationsschmerzen.
Das Blutungsverhalten kann sich unter der Verwendung des Hormonimplantates verändern, und ist vor der Anwendung nicht vorhersehbar. Bevor Sie sich für das Implantat entscheiden,sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, inwieweit Sie eine Veränderung Ihrer monatlichen Periode akzeptieren können.
Was ist, wenn die Periode unter Anwendung des Implantats ausbleibt?
Ein Ausbleiben Ihrer monatlichen Periode bedeutet nicht, dass Sie schwanger sind. In umfangreichen klinischen Studien kam es unter Anwendung des Hormonimplantats zu keiner ungewollten Schwangerschaft.
Kann es unter Anwendung des Implantats zu Nebenwirkungen kommen?
Erfahrungen haben gezeigt, dass das implantierte Stäbchen von den meisten Frauen vertragen wird.
Dennoch können gelegentlich Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und Spannungsgefühle in der Brust, sowie weitere, in der Gebrauchsinformation beschriebene, unerwünschte Wirkungen auftreten.
Sollte das bei Ihnen der Fall sein, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.
Weitere wichtige Informationen zum Hormonimplantat finden Sie in der Gebrauchsinformation.
Das Implantat ist ein rezept- und apothekenpflichtiges Arzneimittel und muss vom Arzt verschrieben werden.
Sind regelmäßige Kontrollen notwendig?
Wie auch bei der Verwendung anderer Verhütungsmethoden sollten Sie regelmäßig Ihren Frauenarzt aufsuchen.
Noch einige wichtige Punkte:
Nach der Entfernung des Implantats können Sie sehr rasch wieder schwanger werden. Wollen Sie das vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt die weitere Verhütung. Nach dem Entfernen des implantierten Stäbchens kann sofort ein neues gesetzt werden, wodurch Sie ohne Unterbrechung vor einer Schwangerschaft geschützt sind.
Nach einer Geburt kann das Implantat, wenn Sie nicht stillen, 21 bis 28 Tage nach der Entbindung eingesetzt werden.
Das Implantat schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten.
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