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Wechseljahre

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Jun 17, 2015

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Der folgende Artikel liefert Ihnen Informationen zur Hormon-Ersatztherapie (HET), klärt Sie über die hormonellen Veränderungen in Ihrem Körper auf und soll Ihnen bei dem Übergang in die neue Lebensphase helfen.

Ein neuer Lebensabschnitt: Die Wechseljahre!

Der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, die Menopause, kann erst ein Jahr im Nachhinein bestimmt werden. Dieser ist oft ein Wendepunkt im Leben einer Frau. Auf der einen Seite entfällt das Thema Verhütung, auf der anderen Seite kann es zu unangenehmen Beschwerden wie Hitzewallungen kommen. Diese können das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Viele Frauen haben daher Angst vor den Wechseljahren, da Sie nicht einschätzen können, was alles auf Sie zukommt  beziehungsweise ob und wie sich Ihre Lebensqualität verändert.

Auch nach der Menopause können sie ein spannendes und interessantes Leben führen. Dafür müssen Sie über die Funktionen der Hormone und die Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen, Bescheid wissen. Durch dieses Wissen wird es Ihnen leichter fallen, Ihren Weg zu gehen und Ihre Lebensqualität zu erhalten.

Was versteht man eigentlich unter den Wechseljahren?

Das Klimakterium (Wechseljahre) beginnt zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt zu diesem Zeitpunkt ab, da weniger Östrogene in den Eierstöcken produziert werden. Auch das Progesteron (Gelbkörperhormon) wird nicht mehr ausreichend gebildet, der Hormonhaushalt ändert sich deutlich.

In der Prämenopause, in der sich der Hormonhaushalt verändert, treten oft unregelmäßige Zyklen auf. Die Menstruation kann lange, stark und schmerzhaft sein.

Die Postmenopause beginnt 12 Monate nach der Menopause, in dieser Phase können die oben genannten Beschwerden sich verstärken. Diese können durch eine HET gebessert oder beseitigt werden. Nach circa 15 Jahren beginnt das Senium.

Wie erkenne ich die Wechseljahre?
Die vegetativen Gehirnzentren die die Temperatur und den Kreislauf regulieren, können durch die hormonellen Schwankungen irritiert werden. Dadurch treten unerwünschte Symptome auf. Neben den körperlichen können auch psychische Symptome auftreten.

Folgende Auflistung zeigt Ihnen die wichtigsten Beschwerden. In nur sehr seltenen Fällen treten alle Beschwerden gleichzeitig auf.

Psychische Veränderungen:

  • Launenhaftigkeit, Stimmungsschwankungen
  • Nervosität, Irritierbarkeit, Angst
  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, Gedächtnislücken
  • Müde, Antrieblos
  • Depressive Verstimmung
  • Störungen der Libido

Vegetative Störungen:

  • Hitzewallungen
  • Rötungen im Gesicht und am Hals
  • Schweißausbrüche
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Schwindel
  • Herzrasen

Durch den Östrogenmangel können auch körperliche Symptome auftreten. Die Haut ist nicht mehr so elastisch, die Schleimhäute sind trockener und die Produktion von Vaginalsekreten nimmt ab. Die Scheidenwände werden dünner, dadurch kann es beim Geschlechtsverkehr zu Schmerzen kommen. Viele Frauen meiden diesen daher.

Außerdem kann sich der Harndrang verstärken und häufen, in nur seltenen Fällen kommt es zu einem unwillkürlichen Harnabgang (Inkontinenz). Die Wechseljahre bringen auch Spätfolgen mit sich, die in den folgenden Abschnitten erläutert werden sollen.

Osteoporose und Ihre Auswirkungen

Bei dieser Erkrankung nimmt die Knochenmasse ab, das Risiko für Knochenbrüche nimmt zu. Hauptsächlich davon betroffen sich die Oberschenkelknochen sowie die Wirbelkörper. Einbrüche in den Wirbelkörpern führen zu einer stark nach vorne gebeugten Körperhalten, dem sogenannten Witwenbuckel.

Rund 35% der Knochenbrüche bei Frauen in den Wechseljahren sind auf eine Osteoporose zurückzuführen. Der Verlust der Knochenmasse ist in den ersten Jahren der Menopause am größten. Die genannten Auswirkungen treten zwar erst mit circa dem 70. Lebensjahr auf, Sie sollten aber rechtzeitig dagegen vorbeugen. Am besten ergreifen Sie schon beim Beginn der Wechseljahre die richtigen Maßnahmen.

Die Osteoporose kann alle Frauen betreffen. Die folgenden Frauen haben aber ein erhöhtes Risiko für Osteoporose:

  • Raucherinnen
  • Frauen, die regelmäßig Alkohol trinken
  • Frauen, die wenig Sport treiben
  • Frauen, mit vorzeitiger Menopause
  • Frauen, die keine Eierstöcke mehr besitzen
  • Schlanke Frauen
  • Frauen, die zu wenig kalziumhaltige Nahrungsmittel wie Milch, Joghurt, Topfen verzehren
  • Herz-Kreislauferkrankungen

Die häufigste Todesursache sind bei Frauen Herz-Kreislauferkrankungen (deutlich vor der Todesursache Krebs). Es gibt einen Zusammenhang zwischen einem Östrogenmangel und einem erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, aufgrund eines Mangels an natürlichem Östrogen. Das Östrogen hat eine positive Wirkung auf die Blutfettwerte, besonders auf das HDL (gutes Cholesterin) und auf die Blutgefäße. Diese werden erweitert und fördern somit die Durchblutung und verkalken weniger. Durch einen Östrogenmangel, wie es nach der Menopause der Fall ist, steigt das Risiko von einer Arteriosklerose, einem Herzinfarkt und Schlaganfall an.

Was sind weitere Folgen der Wechseljahre?

Durch den Östrogenmangel können weitere Symptome entstehen. Mit diesen geht meist auch eine seelische Belastung einher, die oft nicht mit dem Hormonmangel in Verbindung gebracht wird:

Konzentrationsschwierigkeiten: Auf das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit haben Östrogene eine positive Wirkung. Durch einen Mangel kann es zu Gedächtnislücken (kurz- oder langfristig) und einer allgemeinen Gedächtnisschwäche kommen.

Veränderungen der Haut und Haare: Jede Frau produziert auch Androgene. Dies ist ein männliches Hormon. Während der fruchtbaren Phase ist ein Gleichgewicht zwischen Androgenen und Östrogenen vorhanden. Mit dem Beginn der Wechseljahre erhöht sich der Androgenanteil, aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels. Folgen davon können fettigere Haare, Akne, Haarausfall und ein sogenannter Damenbart sein. Außerdem wird die Haut dünner und faltiger, aufgrund der Abnahme von Kollagen und elastischen Fasern.

Kann ich meinen Hormonmangel ausgleichen?

Heutzutage gibt es moderne Hormonpräperate, die die Beschwerden in den Wechseljahren und die Spätfolgen von einem Östrogenmangel behandeln können. Diese enthalten ein natürliches Östrogen und zusätzlich Gestagene. Die enthaltenen Gestagene sind dem menschlichen Progesteron sehr ähnlich. Bei der Hormonersatztherapie wird durch die Zugabe von natürlichen Hormonen das hormonelle Gleichgewicht wiederhergestellt. Dadurch können die Beeinträchtigungen, die mit den Wechseljahren einhergehen beseitigt oder zumindest reduziert werden.

Kommt es unter der HET wieder zu Blutungen?

Die meisten Frauen wünschen sich nach der Menopause keine Blutungen, die der Menstruation ähnlich sind. In den ersten Monaten von den niedrig dosierten Präparaten kann es zu Zwischenblutungen kommen. Wird das Präparat durchgehend genommen, kommt es allerdings im Normalfall zu keiner Regelblutung.

Wichtig: Suchen Sie bitte Ihren Frauenarzt auf, wenn Sie Unregelmäßigkeiten, wie eine plötzlich eintretende Blutung, nach mehreren blutungsfreien Monaten oder anhaltende Zwischenblutungen bemerken.

Die Zeit ab 50 – Ein neuen Lebens!

Für alle Frauen beginnt nach der Menopause ein neuer Lebensabschnitt. Um diesen in vollen Zügen genießen zu können, ist es wichtig auf den Körper und das persönliche Wohlbefinden zu achten.

Folgende Punkte reduzieren das Riskio für Herz- Kreislauferkrankungen und Osteoporose:

  • Regelmäßige Bewegung
  • Eine gesunde Ernährung
  • Ein mäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum

Auch eine HET kann dabei helfen Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Der Brustkrebs und die HET

In den Medien kann man in letzter Zeit mehr negative als positive Meinungen über die Hormonersatztherapie lesen. Aber warum? Die lag an den Ergebnissen aus klinischen Studien, die eine leichte Zunahme von Brustkrebs bestätigen.

Dabei fördert die HET nur das Wachstum von bereits bestehenden Tumoren und verursacht keinen Brustkrebs. In den Studien wurde ebenfalls nachgewiesen, dass kurz nach dem Absetzen der HET der Hormonspiegel das Risiko für Brustkrebs wiederherrstellt.

Zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr erkranken 45 von 1.000 Frauen in den Industrieländern an einem Karzinom. Diese Frauen haben nie eine Hormonersatztherapie angewendet. Mit einer HET, erkranken zusätzlichen zwei Frauen bei einer Dauer von bis zu fünf Jahren, sechs Frauen (insgesamt 47 Frauen) bei HET zwischen 5 und 10 Jahren.

Ein regelmäßiger Alkoholkonsum, sowie Bewegungsmangel und Übergewicht erhöhen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken in einem deutlich höheren Maß.

Am besten beugen Sie eine Krebserkrankung und eine Herz- Kreislauferkrankung durch eine gesunde Lebensführung, die regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung miteinschließt, vor. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Frauenarzt minimieren das Risiko zu erkranken.

Zum Schluss ein wichtiger Hinweis

Besprechen Sie Ihre Probleme mit Ihrem Frauenarzt, wenn Sie während Ihrer Wechseljahre an Beschwerden leiden. Er wird Ihnen alle offenen Fragen beantworten und mit Ihnen die Vor- und Nachteile einer HET abwägen.