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Jun 18, 2015

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Ausfluss

Ausfluss

© Petersen EE Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008

 

Der Scheidenausfluss ist in eingeschränkter Menge völlig normal und auch wichtig. Wieviel Sekret die Scheide absondert, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Zudem hängt die Menge vom Zyklus ab, denn Östrogen beeinflusst die Sekretproduktion. In der Mitte des Zyklus, kurz vor oder nach dem Eisprung produziert die Scheide mehr Ausfluss als sonst, genauso kurz vor dem Beginn der Monatsblutung.

Im normalen Fall ist der Scheidenausfluss geruchslos und von weißlicher Farbe. Er wird deswegen auch Weißfluss genannt. Ausfluss wird aus den Drüsen des Gebärmutterhalses abgesondert. Neben der Drüsenflüssigkeit enthält er Schleimhautzellen aus der Scheide.

Ausfluss ist für die Scheide sehr wichtig. Da er viele Milchsäurebakterien enthält, schützt er die Vagina vor Bakterien und Krankheitserregern.

Übermäßiger Ausfluss ist hingegen oft ein Anzeichen für eine vaginale Erkrankung.

Übermäßiger Ausfluss durch Krankheiten

Wenn das bakterielle Gleichgewicht der Scheide gestört wird, können Krankheiten ausbrechen. Überbegriff solcher Krankheiten ist die Scheiden-Entzündung.

Eines der Symptome für eine Scheidenentzündung ist veränderter und vermehrter Scheidenausfluss. Er kann dabei in der Konsistenz wässriger, dickflüssiger oder krümeliger sein als der normale Ausfluss.

Weitere Symptome können Rötungen, Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Sex oder Wasserlassen sein.

Sollten Sie Veränderungen in Ihrem Scheidenausfluss bemerken besuchen Sie am besten schnellstmöglich einen Arzt. So kann eine mögliche Scheidenentzündung frühstmöglich erkannt werden.

Ursachen für eine Scheidenentzündung

Grundlegend für das Ausbrechen einer Scheidenentzündung ist ein bakterielles Ungleichgewicht in der Vagina. Es sind also nicht genügend „gute“ Milchsäurebakterien in der Scheidenflora, um „böse“ Bakterien zu bekämpfen. Dass es zu einem solchen Ungleichgewicht kommt, kann verschiedene Ursachen haben:

  • Hormonschwankungen oder –mangel (Pubertät, Schwangerschaft, Menopause)
  • Veränderter pH-Wert (z.B. durch Intimlotionen etc.)
  • Allergische Reaktionen (z.B. auf Kondome)
  • Fremdkörper in der Scheide (z.B. Tampon)
  • Immunschwäche
  • Cortison
  • Antibiotika
  • Diabetes
  • Stress oder psychische Belastungen
  • Gut- oder bösartige Geschwülste der Scheide und der Gebärmutter

Erregerspektrum

Es gibt viele verschiedene Erreger, die ein bakterielles Ungleichgewicht in der Scheide auslösen können. Zu ihnen zählen:

Übertragungswege

Ein Teil der Erreger findet sich auch in der gesunden Scheidenflora, führt aber zu Krankheiten, wenn die Konzentration unverhältnismäßig zunimmt.
Der andere Teil der Erreger besteht aus Fremdbakterien. Häufig kommen sie beim Geschlechtsverkehr in die Scheide. Auch bei der Benutzung von Handtüchern, öffentlichen Badeeinrichtungen, Saunen und beim Toilettengang sollte auf gute Hygiene geachtet werden.

Weitere Erkrankungen, die veränderten Ausfluss hervorrufen:

  • Pilzinfektion
    – Juckreiz in der Scheide
    – Starker Ausfluss, weißlich-bröckelig
    – Gerötete und geschwollene Vaginalschleimhaut
    – Brennen beim Geschlechtsverkehr
  • Bakterien-Infektion (z. B. mit Staphylokokken, Streptokokken, Koli-Bakterien u. a.)
  • Gonorrhoe
    – Blut im Ausfluss
    – Grünlich-eitriger Ausfluss
    – Unterbauchschmerzen
    – Leichtes Fieber
    – Oft symptomfrei
  • Chlamydien
    – Blut im Ausfluss
    – Betroffen sind oft junge, sexuell aktive Frauen
    – Oft symptomfrei
  • Papillomvirus-Infektion
  • Herpes
    – Läsionen
    – Schmerzhafte Bläschen im Scheidenbereich
    – Grippale Symptome
  • Trichomonaden
    – Rötung der Scheide
    – Brennen und Jucken
    – Grünlich-gelber, schaumiger, fremdartig riechender Ausfluss
    – Läsionen
    – Schmerzen beim Wasserlassen
    – Häufiger Harndrang
    – Oft symptomfrei
  • Genitaltuberkolose
    – Gelblicher, bröckeliger Ausfluss
    – Oft symptomfrei
  • Tumore oder Polypen
    – Fleischwasserfarbener Ausfluss
    – Blut im Ausfluss

Untersuchungsmethoden

Wenn Sie Veränderungen Ihres Scheidenausflusses bemerken, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Ein diesbezüglicher Arztbesuch beginnt meist mit einem Vorgespräch.

Anschließend erfolgt die Untersuchung mit einem Scheidenspiegel (Spekulum). Im Zuge dessen können Vaginalwand, Gebärmutterhals und Ausfluss betrachtet werden. Mit Hilfe eines Teststäbchens kann der Säuregrad des Ausflusses aufgenommen werden. Er sollte unter 4,5 liegen.

Auch eine Testprobe vom Scheidensekret wird entnommen, um es auf Krankheitserreger zu untersuchen. In manchen Fällen folgt darauf eine Entnahme vom Gewebe oder ein zytologischer Abstrich.

Behandlung

Scheideninfektionen werden meist mit Antibiotika (gegen Bakterien) oder Antimykotika (gegen Pilze) behandelt. Dies kann mit Hilfe von Zäpfchen, Cremes, Tabletten oder Spritzen geschehen. Da es sich um ansteckende Erreger handelt, ist es wichtig, den Sexpartner ebenfalls zu behandeln. Während der Behandlung sollten Sie auf zuckerhaltiges Essen und Sex verzichten. Auf eine gesunde Vaginalhygiene sollte hingegen verstärkt geachtet werden.

Pilzbehandlungen können mit örtlich aufgetragenen Cremes behandelt werden. Im Anschluss sollte die Scheidenflora durch Zugabe von Milchsäurebakterien wieder hergestellt werden.

Tumore müssen, ob gut- oder bösartig, im Zuge einer OP entfernt werden.

Die Ursache von Vaginalherpes ist nicht heilbar. Die Anzeichen können hingegen bekämpft werden.

Vorsorge

Da es im Scheidenbereich warm und feucht ist, siedeln sich dort Pilze und Bakterien besonders gerne an. Hier finden Sie ein paar Tipps, um die Intimregion hygienisch zu halten:

  • Baumwollunterwäsche statt enger Synthetikslips
  • Bei trockener Scheide Binden statt Tampons verwenden
  • Tampons alle 2-3 Stunden wechseln und immer sofort nach dem Schwimmen
  • Nicht übertreiben – keine Intimdeos oder Feuchttücher
  • Auf die Ernährung achten: Wenig Süßes und weißes Mehl