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Jun 17, 2015

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Schwangerschaft und Geburt

Gynäkologische Betreuung Ihrer Schwangerschaft bis hin zur Geburt

Eine Schwangerschaft leitet einen neuen Lebensabschnitt ein. Informieren Sie sich auf den nachfolgenden Seiten über Schwangerschaft und Geburt.

Wenn ein Kinderwunsch besteht, führt Dr. Frühmann eine pränatale Diagnostik durch und gibt Ihnen wichtige Tipps rund um Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt. Dazu gehören ebenso die Überweisung zum Ersttrimester-Screening, die Freistellung durch den Dienstgeber im Falle einer Risikoschwangerschaft und die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen für den Mutter-Kind-Pass.

Auf unserer Webseite finden Sie weiters einen Eisprungrechner zur Bestimmung des idealen Zeitpunkts für die gewünschte Schwangerschaft und einen Geburtsterminrechner.

Drogen in der Schwangerschaft?

Darf das sein?
Die Antwort auf diese Frage ist einfach: NEIN!
Auch legale Suchtstoffe wie Alkohol und Nikotin gefährden das ungeborene Leben.
Interessant sind repräsentative Zielgruppenbefragungen zu diesem Thema. Laut einer aktuellen Studie (GEDA) sind den meisten Frauen die Gefahren des Konsums von Alkohol und Nikotin auf das ungeborene Kind bekannt.

Studienergebnisse zu Sucht & Schwangerschaft

Viele Frauen verzichten in der Schwangerschaft auf das Rauchen und den Alkohol. Und das ist auch richtig so. Der GEDA-Studie zufolge tranken 72,4 Prozent der Schwangeren keinen Alkohol. 19,8 Prozent hatten einen moderaten Alkoholkonsum und 7,8 Prozent einen riskanten Alkoholkonsum. Im Vergleich dazu tranken von den nicht-schwangeren Frauen 20 Prozent keinen Alkohol. 55,8 Prozent hatten einen moderaten Alkoholkonsum und bei 24,2 Prozent der nichtschwangeren Frauen war der Alkoholkonsum riskant.
Das Gleiche gilt für das Rauchen. Für rauchende Frauen ist die Schwangerschaft oft ein Initialmoment. Entweder hören sie vollständig damit auf oder stellen es zumindest während der Schwangerschaft ein. Eine Metaanalyse von 64 Studien belegt, dass Frauen in der Schwangerschaft das Rauchen unterbrechen oder vollständig beenden. Jedoch rauchen rund 13 Prozent aller Frauen in der Schwangerschaft weiter.

Unterschiedliche Risikogruppen

Frauen, die in der Schwangerschaft nicht auf Alkohol oder Nikotin verzichten können, muss man zu einer Verhaltensänderung bewegen. Dabei ist es wichtig zu wissen, was ihre Motive sind. Studien machen deutlich, dass erhebliche Unterschiede innerhalb der Gruppe von Frauen, die in der Schwangerschaft raucht, bestehen. Frauen mit einem höheren Bildungsstand und einer guten sozialen Vernetzung verzichten eher auf das Rauchen während der Schwangerschaft als auf ein Glas Sekt oder Wein. Sie trinken in der Regel weniger Alkohol. Diese Gruppe ist der Meinung, dass ein mäßiger Alkoholkonsum ihrem ungeborenen Kind nicht unbedingt schadet. Im Gegensatz dazu sind es eher Frauen aus bildungsfernen Schichten, die in der Schwangerschaft weiter rauchen. Diese beiden Gruppen unterscheiden sich vor allem durch ihre Bildung und ihren sozialen Status. Deshalb ist es besonders wichtig, die Präventionsstrategien genauer auf diese beiden Zielgruppen auszurichten, um das gewünschte Umdenken zu erreichen.

Frauenärzte und schwangere Frauen, die rauchen

Einige Studien zur Nikotinabstinenz in der Schwangerschaft belegen, dass viele Frauen gern mit dem Rauchen aufhören möchten. Jedoch können sie es nicht, da das Suchtverhalten schon zu stark ausgeprägt ist. Problematisch ist auch, dass Frauen oftmals ihren Nikotinkonsum beim Frauenarzt verschweigen, weil sie sich für diese Abhängigkeit schämen. Studien über das Verhalten von Gynäkologen gegenüber Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, zeigen, dass dennoch viele Frauenärzte dieses heikle Thema ansprechen. Jedoch kann diese Problematik dazu führen, dass rauchende Schwangere seltener oder gar nicht mehr zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Sie verzichten somit auf die notwendige Unterstützung, um weiteren Ansprachen auf ihre „Schwäche“ aus dem Weg zu gehen.

Ein Ausweg aus dem Teufelskreis

Doch es gibt einen Ausweg aus diesem Teufelskreis. Zunächst ist es wichtig, diese Frauen nicht zu belehren. Eine wertschätzende und offene Atmosphäre, in der das Thema Rauchen ohne Angst und Scham angesprochen werden kann, soll geschaffen werden. Wenn die Frau die Möglichkeit hat, sich zu öffnen und über die Gründe ihres Konsums zu sprechen, dann steigt auch ihre Bereitschaft, den Tabakkonsum zu reduzieren. Es hat sich gezeigt, dass betroffene Frauen eher bereit sind, das Angebot von Raucherentwöhnungsprogrammen zu nutzen. Außerdem spielt die Einbeziehung des Partners als Unterstützung für schwangere und stillende Frauen eine bedeutende Rolle. Ändert der Partner gemeinsam mit der Schwangeren seine Rauchgewohnheiten, kann auch die Frau schneller ihren Zigarettenkonsum verringern oder sogar komplett darauf verzichten.

Ansätze zur Reduktion des Alkoholkonsums

Die Studie zeigt, dass Frauenärzte zwar regelmäßig Frauen auf ihren Rauchkonsum ansprechen, aber einen möglichen Alkoholkonsum seltener thematisieren. Dieses unterschiedliche Verhalten erklärten die Frauenärzte so, dass sie den Tabakkonsum unter anderem in der Kleidung riechen könnten. Den mäßigen Alkoholkonsum könnten sie aber bei einer Untersuchung nicht feststellen. Sie hätten also bestenfalls Vermutungen, mit denen sie die Patientinnen nicht „vor den Kopf stoßen“ wollten. Auch wenn einmal ein Alkoholproblem erkannt wird, sprechen Frauenärzte dieses oftmals nicht an. Grund dafür ist, dass nicht wissen, was sie ihren Patientinnen raten und an Hilfe anbieten können.

Doch keine Sorge: Auch für diesen Personenkreis gibt es Lösungen. Frauen, die in der Schwangerschaft auf Alkohol verzichten können und der Meinung sind, dass ein winziges Schlückchen nicht schadet, brauchen gezielte Informationen und nicht zuletzt eine positive Unterstützung ihres sozialen Umfeldes. Hier sind die klassischen Instrumente für Schwangere sehr wirksam: Bei Geburtsvorbereitungskursen bieten Hebammen und andere Fachkräfte auch Gespräche an. Sie klären über die Gefahren des Alkoholkonsums auf und erzeugen sozial unterstützende Strukturen. Schwangerenberatungsstellen können ergänzend hilfreich sein, wenn der Wille, auf Alkohol zu verzichten, nicht ausreicht. Sie können in ihrer Beratung auch diese stille Abhängigkeit ansprechen und gemeinsam mit der betroffenen Frau Lösungen entwickeln und erarbeiten. Doch die weiterführenden Hilfen der klassischen Suchthilfe werden von ihnen meist abgelehnt.

Resümee und Ausblick

Frauen wissen über die Gefahren von Alkohol und Nikotin in der Schwangerschaft Bescheid. Sehr viele von ihnen ändern bewusst ihr Verhalten in der Schwangerschaft und verzichten auf den Konsum von Alkohol und Tabak. Es gibt eine kleine Gruppe von Frauen, die die Gefahren des Alkohols kleinreden und deshalb trotz Warnung auf ein Glas Sekt nicht verzichten wollen. Eine andere Gruppe wiederum kennt die Gefahren des Rauchens und spürt, dass sie es alleine nicht schaffen kann.  Der Scham ihre Nikotinsucht anzusprechen, ist für diese Frauen hoch und sie verzichten deshalb eher auf weitere Vorsorgeangebote. Frauenärzte haben hier eine besondere Verantwortung. Gelingt es Ihnen, die Themen offen und gleichzeitig anzusprechen, dann können sie diese Frauen motivieren, weitere Unterstützung anzunehmen.

Es ist somit wichtig, angstfreie Räume zu schaffen, in denen sie ihre Probleme eingestehen können und in denen sie Gleichgesinnte treffen. Dabei ist es wichtig, dass man das Rauchen und Alkoholtrinken nicht als Fehlverhalten bewertet, sondern nach den Gründen der „Schwäche“ sucht. So kann möglicherweise ein Ausweg aus einer komplizierten Lebenssituation aufgezeigt werden. Schließlich brauchen Frauen gesellschaftliche Anerkennung, wenn sie bereit sind, für die Schwangerschaft und für die empfohlene sechsmonatige Stillzeit auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten. Hier sind auch das soziale Umfeld, die Lebenspartner und Lebenspartnerinnen gefragt.