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Jun 18, 2015

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Die Antibabypille

Die Antibabypille – Wirkung, Anwendungen und Nebenwirkungen

Die Antibabypille (die „Pille“) gehört zu den hormonellen Verhütungsmitteln und findet weltweit in den Industrienationen die häufigste Verwendung in der kontrollierten Familienplanung. Bei der Pille handelt es sich um ein Hormonpräparat, welches regelmäßig in Form von Dragées eingenommen wird. Diese Dragées enthalten je nach Art und Zusammensetzung die Hormone Östrogen und Gestagen.

Wirkungsweise (siehe Abb. rechts)

Die Pille wirkt einer Schwangerschaft auf drei Arten entgegen: Das Heranreifen von Eizellen in den Eierstöcken wird verhindert. Ebenso haben die Hormone eine Verdickung des Schleimes vor dem Gebärmuttereingang zur Folge. Spermien können so nicht mehr in die Gebärmutter eindringen. Weiters wird die Masse der Gebärmutterschleimhaut verringert, wodurch es für eine möglicherweise befruchtete Eizelle schwierig wird, sich einzunisten.

Anwendung (siehe Abb. unten)

Normalerweise beginnt die Einnahme der Pille mit dem ersten Tag der nächsten Monatsblutung und wird 20 Tage hintereinander fortgesetzt. Die Wahl des Zeitpunkts pro Tag liegt bei Ihnen, die Einnahme sollte aber jeden Tag um dieselbe Uhrzeit erfolgen. Nach den 21 Tagen folgt eine 7-tägige Pause. Während dieser Woche bekommen Sie Ihre Regelblutung. Nach der Einnahmepause beginnen Sie wieder mit einer neuen Pillenpackung.

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Die Pille – eine risikoarme Verhütungsmethode mit Zusatznutzen!

Bei der Beliebtheit von Verhütungsmethoden liegt die Pille – trotz vieler Alternativen – immer noch vorne. Und das hat mehrere gute Gründe: sie ist sehr einfach einzunehmen und sehr sicher. Wird die Pille nämlich korrekt eingenommen, gehört sie zu den sichersten Verhütungsmitteln mit einem Pearl-Index (PI) von 0,3, das bedeutet bei einer Gruppe von 1000 Frauen im gebärfähigen Alter werden 3 Frauen im Zeitraum eines Jahres schwanger.

Welche positiven Wirkungen hat die Pille sonst noch?

Neben der Sicherheit nicht ungewollt schwanger zu werden, hat die Pille noch andere Vorteile und diesen möchten wir uns hier widmen. Den negativen Nebenwirkungen kann frau durch einen Blick auf den Beipackzettel sowieso nicht entgehen!
Durch die Zusammenstellung der Östrogen- und Gestagenkomponenten werden positive Nebeneffekte bewirkt – der Zyklus kann reguliert werden, Akne oder sogar menstruelle Migräne können gelindert werden. Die wichtigsten Vorteile haben wir hier kurz zusammengefasst!

Die Pille hilft bei Zyklusunregelmäßigkeiten!

Pillen-Anwenderinnen können sich auf den Tag genau ausrechnen, wann sie mit der nächsten Blutung rechnen müssen. Zusätzlich kann die Periode durch eine veränderte Einnahme auch nach vorne oder hinten verschoben werden, was praktisch ist, wenn gerade ein Urlaub oder ein Marathon geplant ist. Eine weitere Möglichkeit ist die durchgängige Einnahme von bestimmten Präparaten, dadurch kommt es zu einer Zykluspause von drei Monaten.

Blutungen werden kürzer und weniger schmerzhaft

Gerade junge Frauen leiden oft unter Menstruationsbeschwerden oder starken Blutungen, die regelmäßige Anwendung der Pille mindert diese Beschwerden. Die Dysmenorrhö, wovon man bei krampfartigen Unterbauchschmerzen während der Blutung spricht, betrifft mindestens jede zweite bis 20-Jährige.

Prämenstruelles Symptom (PMS) mindern

Die meisten Frauen kennen das Gefühl an den Tagen vor den Tagen, wo der Bauch schmerzt, die Brüste spannen und die Nerven blanker liegen als sonst. Diese Symptome treten in der zweiten Zyklushälfte auf und verschwinden mit dem Einsetzen der Regel. Pillen mit dem Gestagen Drospernion können hier helfen.

Hilfreich bei Akne und Hautverbesserung

Ein zusätzlicher Vorteil mancher Pillen liegt in ihrer antiandogenen Wirkung, die auf den im Präparat enthaltenen Gestagenen (z. B. Chlormadinonacetat oder Dienogest) beruht. Leiden junge Frauen an Akne, fettiger und zu Unreinheiten neigender Haut oder auch schnell fettender Haare, kann das an einer zu hohen Konzentration von Androgenen (männliche Geschlechtshormone) im Blut liegen. Durch die Einnahme der oben genannten Gestagene können diese oft belastenden Erscheinungen gelindert werden.

Kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Studien belegen, dass die Einnahme der Pille (auch über einen längeren Zeitraum) nicht die Fruchtbarkeit der Frau beeinträchtigt. Wenn Sie also eine Schwangerschaft planen, sind Sie mit der Pille sehr flexibel. Sie können mit der Pille einfach nach Einnahme des letzten Dragees aufhören. In den meisten Fällen ist eine erfolgreiche Schwangerschaft schon in den ersten Monaten nach dem Absetzen möglich.

Vorteile und wogegen die Pille hilft

  • Hohe Sicherheit – der Pearl-Index liegt bei ungefähr 0,3 (innerhalb eines Jahres werden von 1000 Frauen 3 schwanger)
  • Behandlung von Blutungsstörungen:
    – Menorrhagie (eine zu starke und zu lange andauernde Menstruation)
    – Dysmenorrhö (Menstruation von krampfartigen und langandauernden Schmerzzuständen begleitet)
    – Hypermenorrhoe (zu starke Blutung)
  • Prämenstruelles Symptom mindern
  • Prävention der menstruellen Migräne
  • Kürzere und regelmäßigere Regelblutungen
  • Weniger Blutarmut oder Eisenmangel
  • Geringeres Risiko für
    – Eileiterentzündungen
    – Brusterkrankungen (Mastopathien)
    Eierstockzysten
    – Krebs der Gebärmutterschleimhaut
  • Verbessertes Hautbild (Aknebehandlung)
  • Reduktion von gutartigen Ovarialtumoren und –zysten
  • Behandlung von Unterbauchschmerzen bei Endometriose
  • Behandlung von Hirsutismus (starke Behaarung)
  • Erhaltung der Knochendichte in den Wechseljahren

 Nachteile

  • Unerwünschte Nebenwirkungen wie Schmier- und Zwischenblutungen
  • Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen
  • Psychische Nebenwirkungen

Mögliche Probleme

Sie haben ein Dragée vergessen: Falls die ursprüngliche Einnahme nicht mehr als 12 Stunden zurückliegt, können Sie die Pille nachträglich einnehmen und der Empfängnisschutz bleibt bestehen. Die nächste Pille nehmen Sie ganz normal zum üblichen Zeitpunkt weiter ein. Falls 12 Stunden überschritten wurden, kann ein ausreichender Empfängnisschutz nicht mehr garantiert werden. In diesem Fall sollten Sie zu zusätzlichen Verhütungsmitteln (z.B. Kondomen) greifen, aber die angefangene Pillenpackung zu Ende nehmen.

Sie haben ein Dragée verloren: Nehmen Sie die Pille weiter bis zum Ende. Ihr Zyklus verkürzt sich lediglich um einen Tag. Sie beginnen mit der 7-tägigen Pause also nach 20 und nicht wie regulär nach 21 Tagen. Beginnen Sie nach der Woche Pause ganz normal mit einer neuen Packung. Weiterhin ist es möglich, das fehlende Dragée mit einer Pille aus einer anderen Packung zu ersetzen. Diese Packung könnte zukünftig als eine Art Reservepackung dienen.

Erbrechen und Durchfall: Wenn Sie in den ersten 4 Stunden nach Ihrer Pilleneinnahme an schwerem Erbrechen oder Durchfall leiden, besteht die Gefahr, dass die Pille nicht lang genug in Ihrem Körper war, um die Hormone freizusetzen. Nehmen Sie in diesem Fall eine Pille nach.

Risikofaktoren

Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck sind in Verbindung mit der Pille Risikofaktoren. Sprechen Sie im Vorhinein lieber mit Ihrem Arzt, ob nicht eine andere Verhütungsmethode für Sie passender ist.

Nachdem es viele unterschiedliche Präparate der Pille auf dem Markt gibt, ist es wichtig, mit einem guten Frauenarzt die „richtige Pille“ auszusuchen.

Die Pille ist rezeptpflichtig und wird nur nach vorangegangener Beratung von Ihrem Frauenarzt verschrieben.
Sollten Beschwerden auftreten, die Sie vor der Pilleneinnahme nicht hatten, kontaktieren Sie bitte Dr. Frühmann, Telefon: (+43) 01/ 749 22 01