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Jun 18, 2015

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Sterilisation der Frau

Sterilisation der Frau – Unterbindung/Tubenligatur

bayer03_atDie Sterilisation der Frau wird auch als „Unterbindung“ oder
„Tubenligatur“ bezeichnet und ist eine definitive Verhütungsmethode, d.h. nach der Operation ist keine Schwangerschaft mehr möglich. Diese Art der Verhütung gilt mittlerweile als veraltet, weshalb Frauen davon abgeraten wird. Vielmehr wurden in den letzten Jahren verstärkt die Nachteile der Unterbindung aufgegriffen.

Die Tubenligatur birgt beispielsweise folgende Operationsrisiken:

  • Infektionsrisiko
  • Risiko postoperativer Verwachsungen
  • Blutungsrisiko
  • Postoperativer Schmerz
  • Verletzung des Darmes
  • Uterusperforation (Verletzung der Gebärmutter)
  • Mesosalpinxruptur (Riss der Bauchfellduplikatur um den Eileiter)
  • Peritonitis (Bauchfellentzündung)
  • Verletzung der großen Blutgefäße im Beckenraum
  • Jeder operative Eingriff birgt Risiken, die in seltenen Fällen zum Tod führen können.

Eine Studie von Jansen et.al. (2) belegt eine Komplikationsrate (Operationszwischenfälle / Folgen) bei 100 Operationen von zwischen 3,3 und 5,7.
Insgesamt ist es empfehlenswert, die Tubenligatur kritisch zu bewerten. Im Vorfeld muss die Patientin ausführlich über alle möglichen Risiken, die mit der Operation einhergehen, sowie über alternative Verhütungsmethoden informiert werden.

Weiters können Probleme nach der Operation auftreten:

  • Psychosexuelle Probleme, Wunsch nach Wiederherstellung der Fruchtbarkeit
  • Studien belegen, dass vor allem Frauen, die bei der Durchführung unter 30 Jahre alt waren, den Eingriff im Nachhinein bereuen (ca. 20%). Bei Frauen, die bei der Operation über 30 Jahre alt waren, liegt die Rate bei knapp 6%.
  • Erhöhtes Risiko für psychische Labilität wie das Auftreten von Angstzuständen
    und Depressionen
  • Gefahr einer verfrühten Menopause (Wechsel)

Wichtig ist es, darauf hinzuweisen, dass es trotz Sterilisation zu ungewollten Schwangerschaften kommen kann. In den letzten 10 Jahren wurden von 1000 Frauen, die sich einer Tubenligatur unterzogen hatten, 18 Frauen trotzdem schwanger. Auf 1000 Frauen kamen außerdem 7,3 ektopische Schwangerschaften (Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter).