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Jun 18, 2015

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Die Antibabypille

Die Antibabypille – Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Die Antibabypille (die „Pille“) gehört zu den hormonellen Verhütungsmitteln und findet weltweit immer noch die häufigste Verwendung. Sie hat eine lange Erfolgsgeschichte: Bereits Anfang der 1970er-Jahre war sie in West-, Mittel- und Osteuropa das beliebteste Mittel, um eine unerwünschte Schwangerschaft zu verhindern. Dabei geht es immer um eine gut kontrollierte Familienplanung. Bei der Pille handelt es sich um ein Hormonpräparat, welches regelmäßig in Form von Dragees eingenommen wird. Es gibt in den Apotheken die unterschiedlichsten Präparate; ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie die weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Dosierung enthalten.

Die Wirkungsweise der Pille (siehe dazu auch Abbildung rechts)

Die Pille wirkt einer Schwangerschaft auf drei Arten entgegen: 1.) Das Heranreifen von Eizellen in den Eierstöcken wird verhindert; 2.) Ebenso bewirken die Hormone, die in der Pille sind, eine Verdickung des Schleims vor dem Eingang zur Gebärmutter – die Spermien können somit nicht mehr in die Gebärmutter eindringen; 3.) Die Masse der Gebärmutterschleimhaut wird verringert, wodurch es für eine möglicherweise befruchtete Eizelle schwierig wird, sich einzunisten.

Die Antibabypille – Wirkung, Anwendungen und Nebenwirkungen

Anwendung (siehe dazu die Abbildung unten!)

Normalerweise beginnt die Einnahme der Pille mit dem ersten Tag der nächsten Monatsblutung und wird 20 Tage hintereinander fortgesetzt. Die Wahl des Zeitpunkts pro Tag ist Ihnen überlassen, die Einnahme sollte aber unbedingt jeden Tag um dieselbe Uhrzeit erfolgen. Nach diesen Einnahmetagen folgt eine siebentägige Pause. Während dieser Woche bekommen Sie Ihre Regelblutung; nach dieser Einnahmepause beginnen Sie wieder mit einer neuen Pillenpackung.

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Die Pille – eine risikoarme Verhütungsmethode mit weiteren Vorteilen!

Bei der Beliebtheit von Verhütungsmethoden liegt die Pille – trotz vieler Alternativen – immer noch vorn. Das hat mehrere Gründe: Sie ist sehr einfach einzunehmen und sehr sicher. Wird die Pille nämlich korrekt eingenommen, gehört sie zu den Verhütungsmitteln mit einem hervorragend niedrigen Pearl-Index (PI) von 0,3! Das bedeutet: Bei einer Gruppe von 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter werden nur drei Frauen im Zeitraum eines Jahres schwanger.

Welche weiteren positiven Wirkungen hat die Pille allgemein?

Durch die kluge Zusammenstellung der Östrogen- und Gestagen-Bestandteile werden zusätzliche positive Nebeneffekte bewirkt – der Zyklus kann regelrecht gesteuert werden (mehr dazu weiter unten!), Hautunreinheiten bzw. Hauterkrankungen (Akne) oder auch durch die Regelblutung bedingter Schmerz kann gelindert werden.

Im Detail:

1.) Die Pille hilft bei Zyklusunregelmäßigkeiten

Das ist ein großer Vorteil der Pille: Frauen, die sie verwenden, können sich auf den Tag genau ausrechnen, wann sie mit der nächsten Blutung rechnen müssen! Und nicht nur das: Die Periode kann durch eine veränderte Einnahme der Pille auch nach vorn oder hinten verschoben werden (zum Beispiel orientiert an der Urlaubsplanung oder an der Teilnahme an einem sportlichen Ereignis). Eine weitere Möglichkeit ist die durchgängige Einnahme von bestimmten Präparaten, dadurch kommt es zu einer Zykluspause von drei Monaten.

2.) Die Blutungen werden kürzer und weniger schmerzhaft

Mindestens jede zweite bis 20-Jährige Frau leidet während ihrer Periode an krampfartigen Unterbauchschmerzen (Dysmenorrhoe) oder starken Blutungen – die regelmäßige Anwendung der Pille lindert diese Beschwerden.

3.) Das Prämenstruelle Symptom (PMS) wird gemindert

Die meisten Frauen kennen dieses Gefühl, wenn sie ihre Tage haben (wie es im Volksmund so treffend heißt): Der Bauch schmerzt, die Brüste spannen, die Nerven sind angespannter als sonst, die Reizbarkeit steigt. Diese Symptome treten besonders in der zweiten Zyklushälfte auf und verschwinden, wenn die Periode beginnt; Pillen, die das Hormon bzw. Gestagen Drospernion enthalten, können hier helfen.

4.) Die Pille ist hilfreich bei Akne und trägt zur Hautverbesserung bei

Ein weiterer Vorteil mancher Pillen liegt für Frauen, die sie nehmen, darin, dass sie einer Überzahl männlicher Hormone entgegenwirken (antiandrogene Wirkung); das verdankt sich den im Präparat enthaltenen Gestagenen (z.B. Chlormadinonacetat oder Dienogest). Denn wenn junge Frauen an einer Hauterkrankung (Akne), fettiger und zu Unreinheiten neigender Haut oder auch zu schnell fettenden Haaren leiden, kann das an einer zu hohen Konzentration von Androgenen (männliche Geschlechtshormone) im Blut liegen. Durch die Einnahme der erwähnten Gestagene können diese für das Selbstwertgefühl belastenden Erscheinungen gelindert werden.

5.) Die Pille hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Studien belegen, dass die Einnahme der Pille (auch über einen längeren Zeitraum hinweg) die Fruchtbarkeit der Frau nicht beeinträchtigt. Wenn Sie also eine Schwangerschaft planen, sind Sie mit der Pille sehr flexibel; Sie können mit ihrer Einnahme einfach nach dem letzten Dragee aufhören. In den meisten Fällen ist eine gelingende Schwangerschaft schon in den ersten Monaten nach dem Absetzen der Pille möglich.

Die Vorteile der Pille – kurz zusammengefasst

  • Hohe Sicherheit – der Pearl-Index liegt bei ungefähr 0,3 (innerhalb eines Jahres werden von 1.000 Frauen nur 3 schwanger)
  • Sie dienst auch der Behandlung von Blutungsstörungen:
    – ungewöhnlich starke und lang anhaltende Menstruation (Menorrhagie)
    – Menstruation, die von krampfartigen und lang andauernden Schmerzzuständen begleitet wird (Dysmenorrhoe)
    – Hypermenorrhoe (zu starke Blutung)
  • Die Beschwerden im Vorfeld der Menstruation (Prämenstruelles Syndrom) werden gemindert
  • Sie kann starken, durch die Periode bewirkten Schmerzen vorbeugen
  • Die Regelblutungen werden kürzer und auch regelmäßiger
  • Das Risiko einer Blutarmut geht zurück; auch einem Eisenmangel im Blut wird entgegengewirkt
  • Geringeres Risiko für
    – Eileiterentzündungen
    – Brusterkrankungen (Mastopathien)
    Eierstockzysten
    – Krebserkrankung an der Gebärmutterschleimhaut
  • Ihre Haut schaut besser aus (Die Pille wirkt fast wie eine Aknebehandlung.)
  • Gutartige Eierstockgeschwulste (Ovarialtumoren) und -zysten bilden sich zurück
  • Behandlung von Unterbauchschmerzen als Folge einer Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose)
  • Erfolgreiche Behandlung zu starker Behaarung vor allem im Gesicht, an den Armen und an den Beinen (Hirsutismus)
  • Die Knochendichte bleibt Ihnen in den Wechseljahren stabil erhalten

Mögliche Schwierigkeiten bei der Einnahme der Pille

1.) Sie haben vergessen, ein Dragee einzunehmen

Falls die vorherige Einnahme nicht mehr als 12 Stunden zurückliegt, können Sie die Pille noch nachträglich einnehmen und Sie haben damit Ihren Empfängnisschutz; die nächste Pille nehmen Sie dann ganz normal zum üblichen Zeitpunkt ein.

Falls die Einnahme jedoch mehr als 12 Stunden zurückliegt, kann ein ausreichender Empfängnisschutz nicht mehr garantiert werden! In diesem Fall sollten Sie zusätzliche Verhütungsmittel (z.B. Kondome) verwenden; dabei Achtung: Verwenden Sie die angefangene Pillenpackung auf jeden Fall zu Ende!

2.) Sie haben ein Dragee verloren

Tun Sie, als ob nichts gewesen wäre: Nehmen Sie die Pille auf jeden Fall weiter bis zum Ende der aktuellen Packung! Denn das Gute dabei ist, dass sich Ihr Zyklus bei Verlust eines Dragees nur um einen Tag verkürzt; das heißt: Sie beginnen mit Ihrer siebentägigen Pause also bereits nach 20 und nicht wie gewohnt nach 21 Tagen. Nach der Woche Pause fangen Sie dann ganz normal mit einer neuen Packung an. Weiterhin ist es möglich, das fehlende Dragee mit einer Pille aus einer anderen Packung zu ersetzen. Diese Packung könnte zukünftig als eine Art Reservepackung dienen.

3.) Sie leiden an Erbrechen und Durchfall

Wenn Sie sich in den ersten vier Stunden nach der Einnahme Ihrer Pille damit herumschlagen müssen, kann es möglich sein, dass die Pille nicht lange genug in Ihrem Körper war, um ihre Wirkung entfalten zu können, also die Hormone freizusetzen. Die Lösung: Nehmen Sie in diesem Fall eine Pille nach.

Vermeidbare Risikofaktoren, wenn Sie die Pille nehmen

Wenn Sie Raucherin sind, Übergewicht haben oder an Bluthochdruck leiden, sind das in Verbindung mit der Einnahme der Pille Risikofaktoren. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie ändern Ihren Lebensstil (= mit dem Rauchen aufhören, auf gesunde Ernährung achten, Sport betreiben und keinen Alkohol trinken) oder Sie sprechen mit Ihrem Arzt, ob nicht doch eine andere Verhütungsmethode für Sie passender ist.

Noch ein wichtiger Hinweis: Es gibt von der Pille viele unterschiedliche Präparate! Umso wichtiger ist der Rat Ihres Arztes, welche aus welchem Grund „die richtige“ für Sie ist.

Die Pille ist rezeptpflichtig und wird nur nach vorheriger Beratung von Ihrem Frauenarzt verschrieben.

Sollten bei Ihnen Beschwerden auftreten, die Sie vor der Pilleneinnahme nicht hatten, kontaktieren Sie bitte Dr. Frühmann, Telefon: +43 (0)1 749 22 01.